Was bedeutet Agenda-Setting?
Agenda-Setting bezeichnet den Zusammenhang zwischen der Hervorhebung von Themen und der Bedeutung, die ihnen in öffentlicher Wahrnehmung zugeschrieben wird. Der Forschungsansatz ist unter anderem mit McCombs und Shaw verbunden. Er betrifft zunächst Themensalienz und nicht automatisch die Zustimmung zu einer Position.
Was heißt das für Public Affairs?
Monitoring kann erfassen, wie oft und wo ein Thema auftaucht. KI kann Themenhäufigkeiten strukturieren. Für eine belastbare Aussage über Wirkung sind jedoch zusätzliche Daten und eine geeignete Untersuchungsanlage nötig; bloße zeitliche Nähe reicht nicht.
Worauf kommt es an?
Hohe Sichtbarkeit belegt weder einen eigenen Kommunikationserfolg noch eine bestimmte Meinung in der Bevölkerung. Medienagenda, öffentliche Agenda und politische Entscheidungen müssen getrennt betrachtet werden.
Drei Fragen für die Praxis
- Welche Agenda wird gemessen?
- Ist die Beobachtung vergleichbar?
- Wird Zusammenhang von Ursache getrennt?
Originalquellen & Vertiefung
Die Quellen erläutern den Begriff oder seinen fachlichen Rahmen. Die Anwendungshinweise und das fiktive Beispiel sind eigenständige Ausarbeitungen dieses Glossars.
- McCombs & Shaw (1972): The Agenda-Setting Function of Mass Media, Originalstudie
- Entman (1993): Framing: Toward Clarification of a Fractured Paradigm, Originalbeitrag (Verlagsseite; Volltext ggf. zugangsbeschränkt)
Fachbegriffe werden verständlich eingeordnet; berufliche Arbeitsbegriffe sind keine gesetzlichen Definitionen. Bei Rechtsfragen sind die einschlägige Fassung und der konkrete Einsatz maßgeblich.